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ein Beitrag aus dem Buch

Ölbekämpfungstanker VILM des Landes Mecklenburg-Vorpommern

 Jörn Hinrich Laue

Tank- und Ölbekämpfungsschiff „VILM“ – Heimathafen Rostock

Korrespondenz-Reeder:        Bitumanel Feldmann, Lübeck

Eigner:                                     Land Mecklenburg-Vorpommern

Gebaut als:                              Ölbekämpfungsschiff / Tanker

Tragfähigkeit:                          600 to in 6 Tanks

Länge:                                     48,50 m

Breite:                                      10,20 m

Tiefgang:                                   2,50 m

Hauptantrieb:                          2 x Cummings Diesel

Leistung:                                  zusammen 794 kw

Baujahr:                                   1999

Bauwerft:                                 Oderwerft, Eisenhüttenstad

Seeleute sind nicht nur international eingestellt, sie sind auch flexibel und überall einsetzbar.  Daran wurde ich erinnert, als ein alter Freund von mir anrief und mir einen Job anbot, der mich zunächst in Erstaunen versetzte.  Wir kannten uns seit Jahren, beide waren wir Fahrensleute, jetzt Rentner und immer noch aktiv.

So kam es, dass ich gefragt wurde, ob ich eine mehrtägige Vertretung als Koch auf einem Tanker mit elf Mann Besatzung übernehmen könnte.  Zunächst einmal fiel mir der Telefonhörer aus der Hand, und nach einigen Schocksekunden hatte ich mich gefangen und fragte nach, wie es sein könne, dass man ausgerechnet auf meine Person käme.  Beide hatten wir die Deckslaufbahn auf Schiffen gewählt, einer wurde Kapitän.  Und ich selbst habe vor Jahrzehnten die Seefahrt an den Nagel gehängt, wurde Schiffsausrüster, Crewing-Agent und tummelte mich zuletzt in der Binnenschifffahrt.  Sicherlich waren wir all die Jahre in Kontakt, trafen uns zum regelmäßigen Grünkohlessen und korrespondierten miteinander.  Aber wie kam man ausgerechnet auf mich als Koch?

Nach kurzer Unterhaltung am Telefon, nachdem mir der Grund erklärt wurde, es fehlte laut Besetzungsordnung einfach nur ein Besatzungsmitglied, bat ich um Bedenkzeit von 24 Stunden.  Ich hatte in meinem Leben schon viel erlebt, ließ Revue passieren, wie es einem Koch an Bord ergehen könnte, der nicht wirtschaften kann.

Ich erinnere mich an eine Geschichte an Bord des Kühlschiffes „MEDEMSAND“ der Reederei a. F. Harmstorf & Co.  Wir pendelten für Fred Olsen Lines  zwischen Rotterdam, Hamburg und den Kanarischen Inseln.  Unsere Ladung bestand aus Apfelsinen, Tomaten und Zwiebeln.  Unser Kapitän, ein alter erfahrender Hase, bestellte für jede Reise frischen Proviant am Nordkontinent, jeweils für eine 14tägige Rundreise.  Dies hatte zur Folge, dass wir nie alte Waren im Proviantraum spazieren fuhren.  Er setzte allerdings voraus, dass der Koch mit relativ wenig Proviant wirtschaften musste.  Von der Grundidee war das sicherlich gut durchdacht, wie jedoch so oft, fuhren wir wieder einmal einen Koch mit fünf Sternen.  Leider waren wohl auf den letzten Schiffen drei der fünf Sterne verloren gegangen.  Der Mann konnte kochen, aber leider nicht wirtschaften.  Auf Ausreise klappte natürlich alles.  Essen vom Feinsten.  Auf der Rückreise von den Kanarischen Inseln bis Rotterdam, das ist nun wirklich keine Weltreise, gab es dann wechselweise Nudeln oder Reis, da selbst die Kartoffeln zur Neige gingen.  So war es auch mit dem Salat und dem Frischgemüse.  Obst hatten wir ja genug an Bord.

Aus der Maschine hatte man Zugang zum Laderaum 3.  Dort stand man dann vor einer Wand aus Apfelsinen oder – je nach Reise und Empfänger gestaut – vor Tomaten.  Wir haben dort auch jede Reise hemmungslos zugegriffen, denn beim Löschen der Ladung in Rotterdam oder Hamburg, zählte man seitens der Tally-Firma nur die Kisten – voll oder leer, egal.

So kam es, dass auf Heimreise wieder einmal der Frischproviant zur Neige ging.  Für fünf Tage waren wieder Nudeln, Reis und Hülsenfrüchte angesagt. In der Mannschaftsmesse war wieder der Tiefpunkt erreicht.  Die allgemeine Einstellung: Der Frikadellenschmied (Koch) ist einfach zu blöd.

Dann aber geschah etwas Sonderbares.  Mittags, es war Reistag 3 nach Santa Cruz, zischte es in der gegenüber der Mannschaftsmesse gelegenen Kombüse.  Erst sahen wir uns erschrocken an, dann auf unseren vor uns stehenden Teller mit Reis und Hühnchen.  Wie vom Blitz getroffen schoss es allen durch den Kopf: Kann es sein, dass sich der Koch selbst ein dickes Steak in die Pfanne haute?  Bei soviel Dummheit kann der Intelligenzquotient sicher nicht höher als die Raumtemperatur sein.  Doch es war so.  Unser Bootsmann sprang von seinem Stuhl auf und schoss, waagerecht wie ein Pfeil in die gegenüberliegende Kombüse – das folgende Wortgefecht wurde erstickt durch lautes Scheppern von Pfannen und Töpfen.  Es herrschte draußen ruhiges Wetter, aber nach dem Lärm in der Kombüse konnte man meinen, alles fliegt durch die Gegend, weil der Dampfer um 30° (Grad) überholt.  Mit lautem Geschrei floh der Koch auf das nahe liegende Achterdeck.  Hier traf er auf einen Matrosen, der sich aufgrund der Wachablösung, verspätet hatte.  Sofort und ohne Worte, schickte der Matrose den Koch ungebremst auf die Planken des Achterdecks.  Der Koch rappelte sich mühselig zwischen den Pollern wieder ein, und seine Reise endete in Rotterdam.  Wie wir später erfuhren: Unterkieferbruch.  Er sah nun wirklich wie ein Nussknacker aus.  Von allem hat man im Salon und der Offiziersmesse nichts mitbekommen.

Als am nächsten Morgen der Alte seinen Rundgang machte und zum täglichen „Smalltalk“ seinen „Stopover“ an der Kombüsentür abhielt, erzählte der Koch – für uns alle hörbar –, dass er im Proviantraum ausgerutscht sei und eine „Kollision“ mit der Kühlraumtür gehabt habe.  , Keiner von uns verzog eine Mine, der Alte grinste in unsere Messe hinein und wünschte uns eine „gute Mahlzeit“.  Später dann bat er den Koch, sich in das Schiffsbüro zu begeben, um den „Arbeitsunfall“ für die Seeberufsgenossenschaft zu dokumentieren.

Nein, dachte ich, so soll es mir nun 40 Jahre später als Koch auf dem Tanker „VILM“ nicht ergehen.  Ich wollte absagen, doch einen alten Freund lässt man nicht hängen, und die in Aussicht gestellte Heuer konnte ich gut gebrauchen.

Nachdem wir uns einig waren und ein Proviantsatz von 3,80 DM der Vergangenheit angehörte, willigte ich ein und setzte mich umgehend in den Zug nach Lübeck.  Dort wurde ich abgeholt, und gemeinsam mit dem Kapitän, dem 1. Steuermann und einem Matrosen ging es dann per Auto bei Schnee und Glatteis nach Rostock.

Tank- und Ölbekämpfungsschiff „VILM“ an seinem Liegeplatz im Fischereihafen Rostock

Vor uns lag eingefroren im Fischereihafen die VILM.  Der Trip sollte ca. 10 Tage dauern.  Nach dem Freischaufeln der Gangway und Beseitigung von 50 cm hohen Schneewehen an Deck, gelangten wir zu der am Aufbau, Achterkante gelegenen Eingangstür.

Das Schiff lag seit drei Wochen beschäftigungslos an der Pier.  Ulli, Bootsmann, Motormann und Chief-Ing. in einer Person, betreute das Schiff täglich, und so kamen wir in ein wohlgewärmtes Schiff.  Unser Dampfer verfügte über mehrere Kammern, u. a. über eine Vier-Mann-Kammer für zusätzliche Besatzungsmitglieder.  Des Weiteren befanden sich an Deck zwei Wohncontainer.  Die Stammbesatzung wohnte in kleinen, jedoch annehmbaren Kammern, und die zusätzlichen Taucher bevölkerten die Vier-Mann-Kammer und die Wohncontainer.  Die gesamte Besatzung betrug somit 11 Mann.

Beide Kräne sind ausgeschwungen

 Proviant und ein vom Kapitän aufgestellter Speiseplan waren vorhanden.  Der Speiseplan bezog sich auf die an Bord vorhandenen Waren.  Wie ich diesen Proviant verwirtschafte, das wurde mir überlassen.  Da waren sie wieder, die 40 Jahre alten Gedanken und Erinnerungen an die Reise Kanarische Inseln – Rotterdam.  Es war bereits 11:00 Uhr vormittags, als wir unsere Kammern bezogen hatten, der Kapitän machte nach einem Briefing seine Runde, wobei er beiläufig fragte, ob das Mittagessen um 12:00 oder um 12:30 Uhr stattfinden solle?  In diesem Moment war ich schon wieder bereit abzumustern.  Wie sollte ich denn in nur eineinhalb Stunden etwas zu essen auf den Tisch zaubern, zumal der überwiegende Teil des Proviants aus Tiefkühlware bestand.  Wir waren alles alte Herren, sturmerprobt und nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen, so nahm mich der 1. Steuermann bei Seite und glättete erst einmal die Wogen.  Gemeinsam fuhren wir mit dem Auto zu einem Lebensmittel-Discounter um die Ecke und kauften  Frischproviant.  Jetzt verblieb nur noch eine Stunde Zeit, um etwas Vernünftiges auf die Back zu bekommen.  Ich entschied mich für Frikadellen, Erbsen und Wurzen mit Kartoffeln.  Die Suppe ließ ich unter den Tisch fallen, und zum Nachtisch soll es einen Apfel geben.  Rüdiger, der 1. Steuermann, schälte einen Eimer Kartoffeln, während ich Hack, Zwiebeln und Bötchen zu einem Frikadellenteig vermischte.  Gerade als die Frikadellen fertig waren, kam der Schlachter und brachte das Fleisch.  Das Gemüse kam aus der Dose, verfeinert mit Butter, wurde das schnell gefertigte Mittagessen auch von den Tauchern sofort gut angenommen.  Nachschlag gab es auch.  Die erste Schlacht war geschlagen.  Jeder beschäftigte sich nach dem Essen mit den ihm zugedachten Aufgaben, und ich hatte etwas Zeit, mich mit dem vorhandenen Proviant zu befassen.  Drei mal „warm“ am Tag, so kennt man das, und so wollte ich das natürlich auch machen.  Nach der Backschaft liefen wir aus.

 

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